Wechselmodell psychologischer sicht
Das Wechselmodell erfordert hohe Absprachefähigkeit für Übergaben, Organisation, aber auch Einigung bzw. Bereitschaft zum Austausch zu allen Sorgerechtsfragen. Das Wechselmodell ist eine Betreuungsform, bei der Kinder zu etwa gleichen Anteilen bei ihren Elternteilen nach einer Trennung leben. Von Seiten der Eltern wird es häufig deshalb bevorzugt, weil es in Bezug auf die gemeinsame Zeit mit dem Kind eine gerechte Aufteilung darstellt.
Dabei bleibt häufig unberücksichtigt, ob dies auch dem Willen des Kindes entspricht und die beste Lösung für alle Beteiligten darstellt. Im Rahmen eines familienpsychologischen Gutachtens muss daher überprüft werden, ob die Elternteile die notwendigen Voraussetzungen für ein Wechselmodell erfüllen, oder ob eine andere Betreuungsform ratsamer wäre.
Welcher Herausforderung stellt das Wechselmodell an getrennte Eltern und ihre Kinder? Was muss zur Frage des Kindeswohls berücksichtigt werden? Diese und weitere Fragen werden im folgenden Artikel beleuchtet. Im juristischen Sinne kann nur dann von einem Wechselmodell gesprochen werden, wenn das Sorgerecht bei beiden Elternteilen liegt. Das Sorgerecht selbst kann vom Gericht festgelegt werden, die Sorgerechtsausübung jedoch obliegt zunächst den Eltern.
Das bedeutet, dass auch bei geteiltem Sorgerecht keine Pflicht besteht, ein Wechselmodell zu praktizieren. Es ist also in Deutschland nicht möglich, das Wechselmodell gerichtlich gegen den Willen eines Elternteils anzuordnen.
Stichwort der Psychologie: Wechselmodell | Praxis für Psychotherapie Ritter und Gerstner
Umgekehrt kann jedoch bei einem bereits funktionierendem Wechselmodell, dass vom Kind auch so gewünscht wird, dem Antrag eines Elternteils auf alleiniges Sorgerecht mit dem Ziel der Beendigung des Wechselmodells widersprochen werden. Um ein gelingendes Wechselmodell zu etablieren, müssen einige Rahmenbedingungen gegeben sein. Zu allererst müssen die Beteiligten, das bedeutet beide Elternteile sowie das Kind, dem Wechselmodell positiv gegenüberstehen.
Auch die Verfügbarkeit seines Freundeskreises in der Umgebung wird für Kinder vor allem mit Beginn der Pubertät kontinuierlich wichtiger. Daher ist ab dem Schuleintritt das Leben an verschiedenen Wohnorten ein deutlich erschwerender Faktor. Neben der organisatorischen Komponente ist die Kooperationsfähigkeit zwischen den Eltern noch weitaus bedeutender. Dies kann insbesondere dann schwierig werden, wenn nach einer Trennung ungelöste Konflikte bestehen und Enttäuschungen durch den früheren Partner oder die Partnerin noch nicht verarbeitet wurden.
Wenn das Gericht involviert oder ein familienpsychologisches Gutachten in Auftrag gegeben ist, weil die Eltern sich nicht über den Aufenthalt der Kinder einigen können, kann die Voraussetzung der Kooperation zu diesem Zeitpunkt nicht als gegeben angesehen werden. Aus Sicht der Kinder besteht der Vorteil des Wechselmodells darin, dass nach der Trennung Kontinuität im Kontakt zu beiden Elternteilen besteht.
Diese geht jedoch auf Kosten der Kontinuität der Lebensumwelt. Es besteht die Gefahr, dass die Kinder ihre eigenen Wünsche zurückstellen, damit keines ihrer Elternteile enttäuscht ist, oder auch damit konfrontiert werden, dass eines ihrer Elternteile dem Kontakt zum anderen ablehnend gegenübersteht.
Dies kann zum sogenannten Loyalitätskonflikt führen und seelische Belastungen bei den Kindern verursachen. Aktuell zeigen sich sehr ambivalente Forschungsergebnisse, die nicht für eine klare Eignung des Wechselmodells sprechen. Das Pendelmodell ist eine anspruchsvolle Betreuungsform für Familien nach Trennung, die zahlreiche Voraussetzungen und Anforderungen an die Eltern stellt.
Sind diese Voraussetzungen gegeben, so kann das Modell dem Kindeswohl dienlich sein. Da dies jedoch selten der Fall ist, sollte das Wechselmodell konservativ empfohlen und durch fachliche Hilfen begleitet werden. Offen bleibt, welche Auswirkungen verschiedener Betreuungsformen auf Kinder und ihre Entwicklung haben.
Neue Dokumentation "Wechselmodell und erweiterter Umgang"
Zu dieser Fragestellung muss in der Zukunft weitere Forschung betrieben werden, um Familien nach einer Trennung bestmögliche Empfehlungen für die Betreuung der Kinder geben zu können. Insgesamt ist das Wechselmodell nach aktuellem Stand als Leitmodell für die Betreuung von Kindern nach Trennung nicht geeignet. Bundesgerichtshof Beschluss vom Februar Umgangsrecht: Auf paritätisches Wechselmodell gerichtete Umgangsregelung.
Kinderrechtekommission des Deutschen Familiengerichtstags e. Das Wechselmodell im deutschen Familienrecht. Zeitschrift für das gesamte Familienrecht, Salzgeber , J. Die Diskussion um die Einführung des Wechselmodells als Regelfall der Kindesbetreuung getrennt lebender Eltern aus Sicht der Psychologie. Sünderhauf , H. Wechselmodell: Psychologie—Recht—Praxis: Abwechselnde Kinderbetreuung durch Eltern nach Trennung und Scheidung.
Wiesbaden: Springer. Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Unterstützen Sie die Tätigkeit unserer Praxis im Bereich Kindeswohl und Kinderschutz durch eine positive Rezension bei Google. Dies geht schnell und unkompliziert über folgenden Link.
Mal zu Mama, mal zu Papa – Wenn Kinder zwei Zuhause haben
Besten Dank! Stichwort Familienpsychologie. Inhaltsverzeichnis Toggle Das Wechselmodell als Ausgestaltung der elterlichen Sorge Das Wechselmodell — Eine sinnvolle Betreuungsform nach Trennung? Was ist unter dem Wechselmodell zu verstehen? Wie ist die rechtliche Grundlage in Deutschland? Welche Voraussetzungen müssen für das Wechselmodell erfüllt sein? Ist das Wechselmodell dem Kindeswohl dienlich?
Fazit und Ausblick Literaturangaben. Teilen mit: Klicken Sie, um einem Freund einen Link per E-Mail zu senden Wird in neuem Fenster geöffnet Klicken zum Ausdrucken Wird in neuem Fenster geöffnet Klick, um auf Facebook zu teilen Wird in neuem Fenster geöffnet Klick, um über Twitter zu teilen Wird in neuem Fenster geöffnet Klicken, um auf WhatsApp zu teilen Wird in neuem Fenster geöffnet.
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