Schmerztherapie psychologisch
Informationen zum Bereich Psychologische Schmerztherapie Was versteht man unter psychologischer Schmerztherapie? Die psychologische Schmerztherapie ist ein Ansatz zur Behandlung von Schmerzen chronischer Art. Im Vordergrund steht das bessere Verständnis des Schmerzes sowie das Erlernen verschiedener Strategien zu dessen Kontrolle. In der Behandlung von chronischen Schmerzen ist die psychologische Therapie als einer von mehreren Teilen einer multimodalen Therapie zu verstehen.
Was ist die multimodale Schmerztherapie?
Kognitive Verhaltenstherapie
Der multimodalen Schmerztherapie liegt ein Verständnis des Schmerzes als eine mehrdimensionale Erfahrung zugrunde, das sogenannte biopsychosoziale Schmerzmodell. Es benennt drei Ebenen auf denen Schmerz erfahren wird: biologisch Die biologische Ebene beschreibt die körperlichen Aspekte des Schmerzes. Sie beinhaltet zum Beispiel die Aufnahme eines Schmerzreizes über Nervenzellen und seine Weiterleitung in das Gehirn, einen Anstieg der Herzfrequenz und eine muskuläre Reaktion.
Auf der psychischen Ebene kann Schmerz zum Beispiel Angst oder Hoffnungslosigkeit auslösen. Eine starke gedankliche Fokussierung auf die Schmerzen findet bei vielen chronischen Schmerzpatienten statt. Aber auch ein sogenannter sekundärer Schmerzgewinn durch vermehrte Zuwendung der Menschen im Umfeld ist möglich.
Da Schmerzen eine komplexe Erfahrung sind, die verschiedene Ebenen beinhaltet, hat sich in den letzten Jahrzehnten ein ebenso multimodaler Therapieansatz durchgesetzt, an dem Fachkräfte aus den Bereichen Schmerzmedizin, Pflege, Psychologie, Physio- und Ergotherapie, sowie Sozialarbeit beteiligt sind. In Spezialkliniken arbeiten all diese Fachbereiche zusammen, um chronische Schmerzen so ganzheitlich wie möglich zu behandeln.
Auch im ambulanten Setting empfiehlt sich ein multimodaler Ansatz, um die verschiedenen Dimensionen des Schmerzes gleichzeitig zu analysieren und zu therapieren. Podcast Multimodale Schmerztherapie Was ist Zweck der psychologischen Schmerztherapie? Realistisches Ziel der psychologischen Schmerztherapie ist nicht die völlige Schmerzfreiheit, sondern die Wiederherstellung der Fähigkeit, aktiv am Leben teilzuhaben.
Die Patienten sollen mit verschiedenen Techniken ausgestattet werden, die es ihnen erlauben, den Schmerz zu kontrollieren und so die Einschränkung in vielen Lebensbereichen zu verringern. Gefühle von Machtlosigkeit und Kontrollverlust gehören oft zu den Stressfaktoren, die dazu beitragen, dass chronische Schmerzen bestehen bleiben oder sich sogar noch weiter verschlimmern, was wiederum negative Gefühle und Gedanken verstärkt.
Psychologische Schmerztherapie
Diese Abwärtsspirale soll durchbrochen werden. Die Therapie fokussiert sich dazu auf zwei Bereiche: Patientenedukation und Erlernen von Bewältigungsstrategien und präventiven Verhaltensweisen. Wichtig ist, dass der Patient versteht, wie chronische Schmerzen entstehen und aufrechterhalten werden. Im Gegensatz zu akuten Schmerzen gehen chronische Schmerzen in der Regel nicht mit einer Verletzung des Körpers einher.
Somit sind sie kein sinnvolles Warnsignal des Körpers, sondern eine Fehlfunktion, nach aktuellem Wissenstand aufgrund einer überempfindlich gewordenen Schmerzrezeption. So kann die Teilhabe an Aktivitäten des täglichen Lebens häufig signifikant verbessert werden. Bei welchen Erkrankungen wird diese Therapieform eingesetzt?
Die psychologische Schmerztherapie kann bei jeder Form von chronischen Schmerzen zum Einsatz kommen. Diese werden von den physiologischen, akuten Schmerzen abgegrenzt. Akute Schmerzen sind ein Warnsignal, das uns hilft, weiteren Schaden zu vermeiden. Der akute Schmerz ist eine wichtige Schutzfunktion unseres Körpers. Die psychischen und sozialen Folgen sind oft ausgeprägt.
In diesem Fall dienen die Schmerzen nicht der Vermeidung einer weiteren Gewebsschädigung, haben also keinen Nutzen. Es handelt sich um eine Fehlfunktion eines pathologisch überempfindlichen Nervensystems, die sich für den Patienten oft nicht leicht vom akuten Schmerz unterscheiden lässt und durch ungünstige Verhaltens- und Gedankenmuster aufrechterhalten und aggraviert wird.
Zu den chronischen Schmerzerkrankungen zählen zum Beispiel die Fibromyalgie oder das Kompartmentsyndrom, aber auch nicht näher bezeichnete chronische Schmerzen jeder Art wie Rücken- Bauch- oder Kopfschmerzen. Im Rahmen von rheumatischen Erkrankungen oder Krebsleiden sind chronische Schmerzen ebenfalls häufig. Bei all diesen Schmerzformen kann die psychologische Schmerztherapie einen wertvollen Beitrag zur Schmerzreduktion und Verbesserung der Lebensqualität leisten.
Wie wird die psychologische Schmerztherapie in der Praxis durchgeführt? Am Anfang der Therapie steht ein umfassendes Schmerzassessment. Da die psychologische Schmerztherapie oft als Teil einer multimodalen Behandlung durchgeführt wird, werden in diesem Assessment körperliche, psychische und soziale Faktoren erhoben. Die psychologische Schmerztherapie arbeitet insbesondere mit verhaltenstherapeutischen Methoden.
So lernen und üben die Patienten zur Schmerzbewältigung Entspannungstechniken, wie beispielsweise progressive Muskelentspannung und Atemtechniken, oder Techniken der Aufmerksamkeitslenkung. Im Gespräch mit dem Therapeuten werden realistische Zukunftsperspektiven erarbeitet und Achtsamkeits- und Akzeptanz- sowie Problemlösestrategien trainiert.
Welche Ärzte und Kliniken sind Spezialisten für psychologische Schmerztherapie? In einer spezialisierten Klinik sind, neben der psychologischen Schmerztherapie, Ergo- und Physiotherapie, sowie Schmerzmediziner, Pflegekräfte und Sozialarbeiter verfügbar. Für eine psychologische Therapie ist eine Vertrauensbasis besonders wichtig. Als Patient wünscht man sich einen Therapeuten, auf dessen Expertise und Erfahrung man sich verlassen kann.
Wir helfen Ihnen bei der Suche nach zertifizierten Spezialisten. Alle hier gelisteten Ärzte und Kliniken sind durch uns überprüft und zeichnen sich durch besondere Erfahrung auf dem Gebiet der psychologischen Schmerztherapie aus. Wer einen Arzt benötigt, möchte für sich die beste medizinische Versorgung.
Darum fragt sich der Patient, wo finde ich die beste Klinik für mich? Da diese Frage objektiv nicht zu beantworten ist und ein seriöser Arzt nie behaupten würde, dass er der beste Arzt ist, kann man sich nur auf die Erfahrung eines Arztes verlassen. Wir helfen Ihnen einen Experten für Ihre Erkrankung zu finden. Alle gelisteten Ärzte und Kliniken sind von uns auf Ihre herausragende Spezialisierung im Bereich Psychologische Schmerztherapie überprüft worden und erwarten Ihre Anfrage oder Ihren Behandlungswunsch.