Psychologische sichtweise behinderung

Konzepte und Modelle Behinderung

Um das Verständnis der verschiedenen Ansätze und Positionen zu fördern, die den Umgang mit «Behinderung» prägen, möchten wir an dieser Stelle eine Übersicht über diejenigen Vorstellungen und Modelle geben, welche die wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskussionen in den letzten 50 Jahren und bis in die Gegenwart hinein wesentlich geprägt haben.

Die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen nimmt in der öffentlichen Diskussion in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr Raum ein. In der Schweiz lässt sich dies in rechtlicher Hinsicht besonders am Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes am 1. Januar und an der gleichzeitig erfolgten Schaffung des Behindertengleichstellungsbüros ablesen.

Das individuelle Modell, das sich nach dem ersten Weltkrieg entwickelte, beruht auf einem bio-medizinischen Ansatz. Behinderung wird als «körperliche, psychische oder geistige Beeinträchtigung» einer Person verstanden, aus der Einschränkungen der gesellschaftlichen Partizipation folgen. Dieses Modell beruht auf einer Logik von Ursache und Wirkung: Eine Krankheit oder ein Trauma führt zu einer Beeinträchtigung des Organismus, welche die Fähigkeit einschränkt, gewisse Verrichtungen vorzunehmen, woraus wiederum ein sozialer Nachteil oder eine Behinderung folgt.

Behinderung ist danach eindeutig das Resultat einer Beeinträchtigung des Individuums.

Behinderungen für Menschen mit Inklusionsproblemen

Der Umgang mit Behinderung, der aus diesem Modell folgt, knüpft an der Pflege an und setzt sich die längerfristig die Heilung der Person oder zumindest deren Eingliederung in die Gesellschaft zum Ziel, wie sie für die «Gesunden» existiert. Als Reaktion auf dieses sehr medizinische Modell entsteht in den er Jahren im Umfeld verschiedener Behindertenbewegungen eine strikt soziale Sicht von Behinderung.

Daraus entwickelt sich das soziale Modell der Behinderung, welches Behinderung als Ergebnis einer Gesellschaft betrachtet, welche die Besonderheiten ihrer Mitglieder nur unzulänglich berücksichtigt. Die Ursache der Behinderung liegt in diesem Modell ausserhalb des Individuums. Daraus folgt auch ein anderer Umgang mit Behinderung: Die soziale Betrachtungsweise verwirft die Heilung als Ideal und setzt stattdessen auf die Förderung der vorhandenen Kapazitäten der Person, um so ihre Autonomie im Alltag zu ermöglichen.

Dieses Modell fordert ebenfalls die Beseitigung physischer und sozialer Barrieren. Es geht darum, die Umwelt und Dienstleistungen anzupassen, d. Als Reaktion auf die traditionellen Ansätze, die je einen spezifischen Aspekt in den Vordergrund stellen, hat sich ein dritter Typus von Modellen entwickelt.

Die neue Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit International Classification of Functioning, Disability and Health der Weltgesundheitsorganisation WHO versucht, bei der Definition der Behinderung sowohl den individuellen wie auch den umweltbezogenen Faktoren Rechnung zu tragen. Diese neueren Modelle sind offen und dynamisch, indem sie versuchen, den individuellen Determinismus des medizinischen und den externen Determinismus des sozialen Modells zu überwinden.

Verschiedene rechtliche Instrumente sind für den Bereich «Behinderung» relevant, in erster Linie das Invalidenversicherungsgesetz IVG und das Behindertengleichstellungsgesetz BehiG. Zunächst erscheinen diese Gesetze als Ausdruck unterschiedlicher Visionen von Behinderung.

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Heute präsentieren sie sich jedoch als komplementäre Ansätze, die im Zusammenspiel einen grossen Teil des Bereichs «Behinderung» abzudecken vermögen. Behinderung hat viele Gesichter PDF, 1 MB, WHO: International Classification of Functioning, Disability and Health ICF in Englisch. WHO: Disabilities in Englisch und Französisch. World report on disability.

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Winter Verlag: Klauß (Hg.): Geistige Behinderung: Psychol. Perspektiven

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Das soziale Modell Als Reaktion auf dieses sehr medizinische Modell entsteht in den er Jahren im Umfeld verschiedener Behindertenbewegungen eine strikt soziale Sicht von Behinderung. Die interaktiven Modelle Als Reaktion auf die traditionellen Ansätze, die je einen spezifischen Aspekt in den Vordergrund stellen, hat sich ein dritter Typus von Modellen entwickelt.

Wie steht es in der schweizerischen Gesetzgebung Verschiedene rechtliche Instrumente sind für den Bereich «Behinderung» relevant, in erster Linie das Invalidenversicherungsgesetz IVG und das Behindertengleichstellungsgesetz BehiG. World Health Organization WHO WHO: International Classification of Functioning, Disability and Health ICF in Englisch.

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