Aufmerksamkeit psychologie lärm
Die wichtigsten Effekte von Lärm, beschrieben in der zugehörigen Literatur, lassen sich wie folgt zusammenfassen [1; 2]:. Die Exposition gegenüber Lärm in der Umgebung von Verkehrsquellen ist ein immer wichtiger werdendes Merkmal für Gesundheitswirkungen [3; 4]. Auswirkungen der direkten Wirkung von Schallenergie auf das menschliche Gehör sind gut dokumentiert und akzeptiert [5; 6]. Verkehrslärm passiert auf einem Niveau deutlich unterhalb des Geräuschpegels, der Schäden am Gehör verursacht, sodass die auditorischen Effekte vernachlässigbar sind.
Im Gegensatz hierzu sind nicht-auditorische Effekte von Lärm nicht das direkte Ergebnis der Einwirkung von Schallenergie. Stattdessen können diese Effekte als Ergebnis von Lärm als allgemeiner Stressor angesehen werden. Daher die Verwendung des Begriffs Lärm anstatt von Geräusch. Lärm bezeichnet unerwünschte Geräusche. Zu nicht-auditorischen Effekten von Lärm gehören Belästigung, psychische Gesundheit, Schlafstörungen und physiologische Funktionen, sowie Auswirkungen auf kognitive Funktionen wie Sprachkommunikationen und kognitive Leistungen [7].
Wie "Noise" (Lärm) unser Urteilsvermögen und unsere Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigt
Diese Auswirkungen von Lärm sind weniger gut dokumentiert und werden in der Fachwelt als auditive Effekte bezeichnet. Die Frage nach einem aussagekräftigen, klinisch-relevanten Schwellenwert für den durch Verkehr verursachten Lärmpegel wird kontrovers diskutiert und bisher konnte kein klarer Konsens erzielt werden.
Ebenso ist noch unklar, welche Parameter angewandt werden sollten, um eine schwere gesundheitliche Beeinträchtigung zu bewerten. Meistens wurden Daten entweder aus epidemiologischen Feldstudien oder aus Studien, durchgeführt in Schlaflaboratorien, gewonnen. Diese Laborstudien haben den klaren Vorteil von standardisierten Bedingungen, in denen Testergebnisse ermittelt werden z. Polysomnographie — PSG [9 bis 11].
Ein solcher Grad an Standardisierung der Testbedingungen kann in Feldstudien nicht erreicht werden, wo ein breites Spektrum an Einflussfaktoren präsent ist. Anzumerken ist, dass in allen epidemiologischen Studien in Ermangelung von objektiv messbaren Variablen nur Fragebögen, die die subjektive Einschätzung von lärmbedingten Beschwerden widerspiegelten, für die Bewertung herangezogen wurden.
Die subjektive Einschätzung von lärmbedingtem Unbehagen kann im Allgemeinen nur mit Schwierigkeiten vorhergesagt werden [16]. Aufgrund der Informationsqualität eines bestimmten Geräuschs, wie semantischer oder pragmatischer Aspekte und der bewussten Einstellung einer Person, ist das lärmbedingte Unbehagen sehr situationsspezifisch und kann daher nicht zuverlässig modelliert werden.
Wie zuvor berichtet, ist es dabei wichtig, fuzzy-mathematische Soft-Computing-Verfahren zu berücksichtigen, die die Beziehung zwischen lärminduzierten Beschwerden und objektiven Lärmparametern beschreiben [17]. Der Begriff Belästigung wird im Zusammenhang mit Umwelteinflüssen verwendet, ist aber weiterhin Gegenstand von Unklarheiten. Der Begriff Belästigung wird im Allgemeinen verwendet, um negative Gefühle, wie Störung, Unzufriedenheit, Unmut, Irritation und Ärgernis auszudrücken.
Nach Guski et al. Lärmbelästigung kann als emotionaler Prozess verstanden werden, da diese Reaktion eng mit der affektiven Erfahrung des Individuums gegenüber der Lärmquelle verbunden ist. Der Nachweis dieser Behauptung beruht auf Untersuchungen über Fluglärm, wo die Existenz einer Korrelation zwischen dem Urteil der Störung durch Fluglärm und der Angst vor Flugzeugunfällen festgestellt werden konnte [19; 20].
Neuropsychologische Forschungsambulanz der Ruhr-Universität Bochum: NPA
In diesem Zusammenhang kann die Lärmbelästigung eine Einstellungsdimension erhalten, da die Bewertung der Schwere der Störung oft von der erworbenen verbalen Information über die Lärmquelle abhängt [21]. Diese Lärm-Subjekt-Beziehung kann durch die Betrachtung der Abhängigkeit der Probanden von der Lärmquelle erweitert werden.
Daher neigen die Probanden, die z. Verkehrslärm ist ein Thema der kontinuierlichen und zunehmenden Besorgnis für Menschen als Grund für die Belästigung und damit verbundene Schlafstörungen, die die direkten und relevantesten Faktoren auf die Gesundheit widerspiegeln. Die Psychoakustik deckt ein wichtiges Feld der verschiedenen am Umweltevaluationsprozess beteiligten Dimensionen ab.
Sie beschreibt Klangwahrnehmungsmechanismen in Bezug auf mehrere Parameter, wie Lautheit, Schärfe, Rauigkeit und Fluktuationsstärke, sowie andere gehörbezogene Parameter. Es gibt jetzt sehr genaue Modelle, die verwendet werden können, um vorherzusagen, wie Menschen z. Diese Modelle weisen eine hohe Korrelation mit der menschlichen Wahrnehmung der Lautheit von Geräuschen in einer Vielzahl von Anwendungen auf und werden daher immer relevanter bei der Bewertung von Umgebungslärm oder beim Versuch der Erklärung Lärmbelästigungs-Dosis-Wirkungsbeziehungen.
Ein Indikator für Lärmereignisse ist die sofortige Erhöhung der Herzfrequenz und Änderung des systolischen Blutdrucks. Carter et al. Die biphasische Reaktion des Herzens zeigt zunächst einen Anstieg der Herzfrequenz, gefolgt von einer Dekompensationsreaktion mit einem deutlichen Rückgang der Herzfrequenz. Griefahn et al. Die Reaktion der Herzfrequenz auf Verkehrslärm während des Schlafs wurde analysiert.
Die Reaktion der Herzfrequenz auf Verkehrslärm während des Schlafs wurde in einer umfangreichen Studie in einem Labor unter standardisierten Bedingungen durchgeführt [9; 10]. Es ist offensichtlich, dass die natürliche Umgebung und Gewohnheiten ein Risiko besser beschreiben als die fremde und ungewohnte Umgebung eines Schlaflabors.
Die WHO empfiehlt in den Night Noise Guidelines for Europe, dass Feldstudien durchgeführt werden müssen, um den Einfluss von Verkehrslärm hinsichtlich des Potenzials bei chronischen Erkrankungen, wie z. Schlafstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, besser beschreiben zu können. Ein geeignetes Werkzeug zur Überwachung von Veränderungen in der Schlaftiefe ist die Aktigrafie.
Diese ist eine einfache Methode, die gleichzeitig bei mehreren Probanden angewendet werden kann. Der entscheidende Punkt des Projekts besteht darin, dass alle Messungen im Feld bei den Probanden in ihrem eigenen Zuhause durchgeführt werden. Im ersten Schritt wurden geeignete Versuchspersonen aus einer Datenbank ausgewählt, bestehend aus den Daten von Probanden, die an bisherigen Lärmstudien der TU Graz teilgenommen haben Personen wurden in ihrer allgemeinen Gesundheit, dem Wohlbefinden und deren Bezug zum Thema Verkehrslärm getestet [25 bis 28].
Für diese Studie werden repräsentative Probanden untersucht. Alle Messungen werden im Haus bzw. Dabei werden drei relevante Zeiträume unterschieden:. Für die Feldstudie wurden verschiedene relevante Parameter untersucht und analysiert, die nachfolgend beschrieben werden. Da in der Studie durch den Messzeitraum von vier Werktagen nicht immer von gleichen Alltagsverhältnissen des Probanden ausgegangen werden kann, werden dem Probanden zusätzlich zur kontinuierlichen Verkehrslärmbelästigungsbewertung am Abend und am jeweiligen Morgen Fragen zu für den Schlaf relevanten Faktoren gestellt:.
Messungen Aufzeichnungen von momentanen Schallemissionen werden mit zwei binauralen Kunstköpfen HSU III. Schlafstörungen, die sowohl als Aufwachreaktionen als auch als Veränderungen in der Schlaftiefe definiert werden, werden häufig mit Verkehrslärm verbunden und sind ein wichtiges Kriterium bei der Festlegung von Grenzwerten für die Lärmbelästigung. Die physiologischen Messungen werden während der vier Nachtperioden bei jedem Probanden im Untersuchungsgebiet durchgeführt.
Eine Messung und Interpretation der Herzfrequenzvariabilität HRV erlaubt Rückschlüsse auf die Anpassungsfähigkeit des Herzens an interne und externe Reize. Der Aktigraf ist mit einem Beschleunigungssensor ausgestattet, der Armbewegungen in eine numerische Repräsentation umsetzt und speichert. Für die eingehende Analyse der mithilfe der Aktigrafie gewonnenen Schlafdaten werden zwei Algorithmen für verschiedene Altersgruppen verwendet:.
Daher werden bei der Analyse der ermittelten Schlafdaten zwei Altersgruppen unterschieden. Der Sadeh-Algorithmus wird angewendet, um Daten von Testpersonen, die zum Zeitpunkt der Untersuchung 18 bis 25 Jahre alt waren, zu berechnen. Der Cole-Kripke-Algorithmus bei Personen, die älter als 26 Jahre zum Zeitpunkt der Datenerfassung sind.
Die Bewertung der subjektiven Verkehrslärmbelästigung und dem Ausfüllen der Fragebögen erfolgte ebenso problemlos. Die Boxplots in Bild 4 zeigen die Komplexität der Schlafzimmermessungen des Schalldruckpegels in Kombination mit der Verkehrslärmbelästigungsbewertung auf. Dadurch, dass Probanden gebeten wurden, ihre subjektiv empfundene Belästigung zu bewerten, ist nicht mehr als eine leichte Tendenz im Innenraum für erhöhte Belästigung bei erhöhtem Schalldruckpegel erkennbar.
Durch die geringe Datenlage im Bereich der Werte von 8 bis 10 der Bewertungsskala ist bei hoher Belästigung bzw. Beeinträchtigung durch den Verkehrslärm eine Stufe in der Tendenz erkennbar. In diesem sehr interessanten Schalldruckpegelbereich gestaltet es sich schwierig, mögliche Messorte zu finden, da wie sich herausstellte verfügbare Lärmkarten teilweise höhere Werte suggerieren und die Aussagen von Betroffenen oft subjektiv aufgrund mangelnder Erfahrung zu hoch angesetzt werden.
Bei näherer Betrachtung passen die 1. Die Bilder 6, 7 und 8 zeigen den energieäquivalenten A-bewerteten Schalldruckpegel SPL pro Probandennacht von bis Uhr im Verhältnis zu ausgewählten, den Schlaf der teilnehmenden Probanden beschreibenden Parametern. Bild 6 zeigt eine beginnende Abnahme der Schlafeffizienz ab einem Bereich von 40 bis 43 dB A.
Dieser Schlafeffizienzwert wird in der Studie im Median unterschritten, wenn der Schalldruckpegel im Schlafzimmer einen Wert von 52 dB A und höher erreicht. Wie Bild 7 zeigt, weist die Gruppe von Probanden ab einem energieäquivalenten Dauerschallpegel von 42 dB A einen höheren Interquartilsabstand auf. Zusätzlich zeigen Probanden, die in der Nacht einem L A,eq von mehr als 46 dB A ausgesetzt sind, deutliche höhere Wachzeiten nach Schlafbeginn bei vergleichbarer Anzahl an Aufwachreaktionen.
Dementsprechend erhöht sich die Anzahl der Aufwachreaktionen der Probanden nicht, jedoch dauern diese im Schnitt länger, wie Bild 8 verdeutlicht. Im Hinblick auf die akustische und psychoakustische Analyse wird der nächste Schritt in der Untersuchung und Berechnung von psychoakustischen Parametern und der statistischen Korrelation mit den Verkehrslärmbewertungen bestehen.
Nachfolgend müssen die Aktivitätsangaben während der Verkehrslärmbewertungsphasen kategorisiert und die ermittelten Rohdaten entsprechend verarbeitet werden, um einen genaueren Eindruck von der Rolle der Psychoakustik in Bezug auf Verkehrslärmbelästigung zu erhalten. Als Schlussfolgerung kann festgehalten werden, dass die Methodik sehr gut funktioniert und die Methoden für die statistische Berechnung und Analyse festgelegt sind.
Im nächsten Schritt werden weitere Messwochen durchgeführt um eine signifikante Stichprobe und Ergebnisse zu erhalten, die die Grundlage für weitere Forschungsarbeiten bilden sollen. Dieses Projekt wurde vom österreichischen Wissenschaftsfonds FWF gefördert. Wir möchten uns ebenfalls bei Herrn Univ. Martin Fellendorf und unseren Kooperationspartnern Ass. Kurt Fallast , o. Egon Marth und Univ.
Wolfgang Freidl für die fachliche Zusammenarbeit bedanken. Noise Health 22 Nr. Noise Health 24 Nr. Orlando, FL: Academic Press Proceedings of the EURONOISE and Acta Acustica united with Acoustica 95 , Supplement 1, Edinburgh, Scotland. Sound Vibr. Foxwoods CT, USA Noise Health 2 Nr. Sound Vib. Health Perspect. Sleep Med. Proceedings of the International Congress on Noise as a Public Health problem.
Dubrovnik , S. Public Health Reports 85 , S. Acustica — Acta Acustica 82 Nr. Berlin: Springer-Verlag Sleep 17 , S.