Psychologe bulimie

Die Bulimie gehört zu den Essstörungen und wird auch als Ess-Brech-Sucht bezeichnet. Sie ist durch unkontrollierbare Ess-Attacken gekennzeichnet, auf die gezieltes Erbrechen, Abführen oder intensiver Sport durch den Betroffenen eingeleitet wird. Bulimie, im medizinischen Kontext auch Bulimia nervosa genannt, kann unbehandelt zu bleibenden Folgeschäden führen oder gar zu tödlichen Komplikationen.

Eine psychotherapeutische Behandlung sollte bei einer Bulimie möglichst früh erfolgen. Häufig handelt es sich um fett- und zuckerreiche Lebensmittel, manchmal werden tausende Kalorien verzehrt. Dabei erleben Betroffene das Gefühl eines Kontrollverlusts darüber, was und wie viel sie essen. Sie sind unfähig mit dem Essen während des Anfalls aufzuhören. Das Selbstwertgefühl von Personen mit Bulimie hängt stark von ihrem Körpergewicht und ihrer Figur ab.

Für die Diagnose einer Bulimia nervosa nach ICD, einem internationalen Klassifikationsmanual von Krankheiten, treten Essanfälle mindestens zweimal wöchentlich über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten auf. Damit einher geht bei einer Bulimie eine durchgehende g edankliche Beschäftigung mit dem Thema Essen und ein u nkontrollierbares Bedürfnis zu essen. Die Betroffenen haben eine ständige Angst zu dick zu sein oder zuzunehmen.

Betroffene von einer Bulimie sind sich der Pathologie ihres Verhaltens bewusst und haben einen Leidensdruck. Eine Bulimie-Erkrankung kann vor allem, wenn sie über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten wird, gravierende körperliche Schäden haben. Deshalb ist eine psychotherapeutische Behandlung wichtig und sollte so früh wie möglich erfolgen.

Auf das gesamte Leben gerechnet Lebenszeitprävalenz sind ca. Das Alter von Jahren gilt als höchstes Risikoalter für eine Bulimie. Die Ursachen einer Bulimia nervosa werden in der Wissenschaft aus multidimensionaler Sicht betrachtet. Zu den psychischen Faktoren zählen ein niedriger Selbstwert, Neigung zu Perfektionismus, Missbrauchs- und Gewalterfahrungen sowie körperliche Vernachlässigung.

Als soziale Risikofaktoren zählen ein gestörtes Essverhalten und Überbetonung von Schlankheit in der Familie, Suchterkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen in der Familie, Konflikte v. Auslöser einer Bulimie können belastende Lebensereignisse wie der Tod eines Angehörigen, die Trennung der Eltern, das Ende einer Liebesbeziehung, ein Umzug, Mobbingerfahrungen oder durch die Pubertät ausgelöste Veränderungen am Körper sein.

Unterschiedliche Strömungen der Psychologie sehen verschiedene Faktoren als ursächlich für die Entstehung einer Bulimie an. Eine Psychotherapie in Form einer Kognitiven Verhaltenstherapie KVT ist das Behandlungsverfahren erster Wahl bei einer Bulimie.

Diagnose und Therapie von Bulimie | Gesundheitsportal

Auch eine Interpersonelle Psychotherapie IPT wird häufig durchgeführt. Des Weiteren sind eine psychoanalytisch orientierte Therapie oder eine Familientherapie mögliche Behandlungsformen. Insbesondere bei minderjährigen Betroffenen ist der Einbezug der Familie in den therapeutischen Kontext ein wichtiger Aspekt. Dies kann meist im ambulanten Behandlungsformat oder bei schwererer Beeinträchtigung auch im tagesklinischen Format oder stationärer Behandlung erfolgen.

Anstelle des klassischen Formats der Einzeltherapiesitzungen kann die Psychotherapie auch als Gruppentherapie erfolgen. Ein Besuch von Selbsthilfegruppen parallel zur Therapie und im Nachhinein wird empfohlen. Bei der Behandlung von Bulimie wird zunächst versucht, an der häufig auftretenden Mangelernährung zu arbeiten.

Behandlungsmöglichkeiten

Dazu werden Essenspläne entwickelt und Zielvereinbarungen zwischen Therapeutin und Patientin getroffen. Langsam soll das Essverhalten normalisiert werden. Zusätzlich dazu wird an den psychischen Ursachen der Erkrankung gearbeitet. Begleitend können bei einer Bulimie zu einer Psychotherapie noch Psychopharmaka verabreicht werden.

Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn neben der Essstörung auch depressive Symptome oder Symptome einer Angststörung vorliegen. Dann können Antidepressiva gegeben werden. Der selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer SSRI Fluoxetin ist ein zugelassenes Medikament für Bulimie. In den Oberberg Fachkliniken für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie unterstützen wir Menschen in schweren seelischen und psychischen Krisensituationen.

Auch die Bulimie fällt in unseren Behandlungsrahmen, unabhängig des Alters der Betroffenen. In einer heilsamen Umgebung behandeln wir mit effizienten Behandlungskonzepten und berücksichtigen individuelle Wünsche und Bedürfnisse. Dabei glauben wir fest an das Zusammenwirken von Menschlichkeit, Verbundenheit und Evidenz. In einer erstklassigen Umgebung, die von einer herzlichen Atmosphäre aus Achtsamkeit, Zugewandtheit, Respekt und gegenseitigem Vertrauen geprägt ist, stehen zahlreiche Therapieverfahren zu Verfügung, die in einen individuellen Therapieplan kombiniert werden können.

Im internationalen Klassifikationsverzeichnis von Krankheiten und verwandten Gesundheitsproblemen ICD sind als Essstörungen neben Bulimie die Essstörung Anorexia nervosa, die Binge-Eating-Störung , das Pica-Syndrom, Fütterungsstörungen und Mischformen von Essstörungen aufgelistet. Sie unterscheiden sich stark in ihrer Symptomatik. Damit wird Bezug zu den wiederkehrenden Essanfällen genommen, die bei einer Bulimie als Symptom auftreten.

Es werden häufig tausende von Kalorien in einem Essanfall verzehrt. Fettreiche und zuckerhaltige Lebensmittel werden von Anorexie-Kranken vermieden. Bulimie-Kranke meiden solche Lebensmittel bei ihrem alltäglichen Essverhalten, konsumieren diese jedoch in Essanfällen dann exzessiv. Bei Bulimie-Kranken liegt meist ein Normalgewicht vor, bei Anorexie-Kranken Untergewicht.

Bei einer Bulimie wird eine schlanke Figur angestrebt welche häufig dem westlichen Schönheitsideal entspricht, bei einer Anorexie wird ein starkes Untergewicht mit möglichst niedrigen Körperfettanteil abgezielt. Obwohl Essstörungen viel häufiger bei Mädchen und Frauen auftreten, können genauso auch Jungen und Männer daran erkranken.

Die Symptomatik ist meist sehr ähnlich. Menschen mit einer Bulimie sollen lernen eine realistische Körperwahrnehmung zu entwickeln und ihren Körper zu akzeptieren und wertzuschätzen. Das Selbstwertgefühl der an der Essstörung erkrankten Menschen soll gesteigert werden. Für die Krankheit ursächliche Konflikte sollen im inner- und interpersonalen Bereich bearbeitet werden.

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Wir werden uns dann schnellstmöglich bei Ihnen melden. Anorexie, auch "Magersucht" oder "Anorexia nervosa" genannt, ist eine Essstörung. Die Symptome sind eine verzerrte…. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es mittlerweile bei jedem 3. Mädchen im Alter zwischen…. Risikofaktoren von Bulimia nervosa Ess-Brechsucht.

Bundesfachverband Essstörungen Hrsg. Bulimia nervosa. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Hrsg. Bulimie — eine Essstörung. Essstörungen bei Jungen und Männern. Wie häufig sind Essstörungen? Dobmeier, J. Grunow, M. Bulimie Bulimia nervosa. Margraf, J. Lehrbuch der Verhaltenstherapie, Band 2: Psychologische Therapie bei Indikationen im Erwachsenenalter. Berlin: Springer-Verlag.

Meermann, R. Therapie der Magersucht und Bulimia nervosa: Ein klinischer Leitfaden für den Praktiker. Berlin: Walter de Gruyter GmbH. MSD Manual Hrsg. Weltgesundheitsorganisation, Dilling, H. Internationale Klassifikationen psychischer Störungen. ICD Kapitel V F. Diagnostische Kriterien für Forschung und Praxis.

Bern: Hogrefe. Wittenberger, A. Zur Psychodynamik einer jugendlichen Bulimie-Patientin. Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 54 4 , Zum Kontaktformular. Karriere Ihre Karriere bei Oberberg Über uns Presse Veranstaltungen Magazin COVID Übersicht Vorteile der Zusammenarbeit Newsletter-Anmeldung. Unser Behandlungsspektrum Übersicht aller Behandlungsfelder Depression Burnout Stress- und Traumafolgestörungen inkl.

Bulimie – Wenn die Seele nicht satt wird – Oberberg Kliniken

PTBS Angststörung Zwangsstörung Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung ADHS Psychose Somatoforme Störungen inkl. Bulimia nervosa Bulimie Wenn die Seele nicht satt wird. Körperliche Komplikationen. Hirnveränderungen in jedem 2. Psychische Komplikationen. Soziale Folgen. Als somatische Einflüsse gilt ein erhöhtes Körpergewicht vor der Erkrankung. Aus psychoanalytischer Sicht werden als Ursachen einer Bulimie bereits im Kindesalter gemachte Erfahrungen mit den Bereichen Essen und Körperwahrnehmung aufgrund eines spezifischen Verhaltens der Bezugspersonen angesehen.