Keine verantwortung übernehmen psychologie

Kinder müssen erst lernen, für alles gerade zu stehen, was sie tun. Als Kind können wir die Folgen von Handeln und Nicht-Handeln nicht absehen. Kinder verstehen nicht, dass sie selbst es in der Hand haben, wie sie sich fühlen und was sie denken. Doch spätestens als junger Erwachsener müssen sie sich um all das Gedanken machen.

Sie hatten hoffentlich Eltern, die ihnen ein Vorbild waren. Mangelndes Selbstbewusstsein oder eine lieblose Familie befreien einen nicht davon, als Erwachsener für sich selbst verantwortlich zu sein. Die Verantwortlichkeit von Eltern endet damit, dass Kinder Erwachsene geworden sind. Die Verweigerung vieler junger Menschen, für irgendetwas verantwortlich zu sein, lässt eine verantwortungslose Generation entstehen.

Viele junge Menschen gönnen sich jede Freiheit. Lockere Facebook-Gruppen sind ihnen lieber als enge Freunde. One-Night-Stands interessieren sie mehr als verbindliche Beziehungen. Natürlich übernehmen ebenso viele junge Menschen heutzutage Verantwortung für sich und andere. Doch da, wo mangelndes Selbstbewusstsein zu einem Verantwortungsdefizit führt, entsteht eine Parallelwelt von Menschen, die jede Verantwortung scheuen.

Daher ist der Staat oft gezwungen, solche Menschen für das verantwortlich zu machen, was sie tun oder unterlassen. Anarchie funktioniert nicht. Jede Gesellschaft und jedes Staatwesen, ja selbst jede Familie oder jeder Freundeskreis sind darauf angewiesen, dass jeder Mensch verantwortlich handelt. Der bedeutet, Rücksichten zu nehmen, auf sich und andere zu achten und respektvoll miteinander umzugehen.

Beruht Verantwortungslosigkeit immer auf Angst?

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Sicher nicht. Nicht jeder Mensch hat Angst vor den Konsequenzen seines Denkens, Fühlens, Handelns und Nicht-Handelns. Manche Menschen wählen die Verantwortungslosigkeit ganz bewusst für sich als Lebensmodell, um tun und lassen zu können, was sie wollen. Leider finden solche Naturen immer irgendwo Unterstützer und Mitläufer.

Unser Thema sind aber die Menschen, die tatsächlich wegen ihrer Ängste keine Verantwortung übernehmen möchten. Ob mangelndes Selbstbewusstsein oder etwas anderes die Ursache dafür ist, ist zu klären. Es kann auch sein, dass Eltern einem Kind ständig die Schuld und Verantwortung dafür zugeschoben haben, dass sie selbst unglücklich und unzufrieden sind.

Solche Erlebnisse prägen. Sie verschaffen Ängsten Raum, die tief sitzen und unbewusst bleiben. Oft beruht der Mangel an Verantwortungsgefühl nicht auf einer bewussten Entscheidung, sondern auf einem verinnerlichten Gefühl, immer der Sündenbock zu sein, und für alles und jedes verantwortlich gemacht zu werden. Es wird diesen Menschen nicht bewusst, dass sie ihre Freiheiten als mittlerweile Erwachsene und ihr eigenes Wohlbefinden einem Elternhaus geopfert haben, das ihnen keine gesunden Grundlagen mitgegeben hat.

Stattdessen hoffen solche Menschen ein Leben lang, dass andere die Verantwortung übernehmen, die sie eigentlich tragen müssten.

Angst vor Verantwortung

Es liegt aber in ihrer eigenen Verantwortung, sich irgendwann im Leben ihrer Ängste und Limitierungen bewusst zu werden. Jeder muss irgendwann Verantwortung für sich übernehmen und eine andere Haltung zum Leben einnehmen. Aufschieberitis verzögert das Erwachsenwerden nur. Ein wichtiger Teil der Persönlichkeitsentwicklung und der Reifung zum Erwachsenen ist es eben, die volle Verantwortung für sich zu übernehmen.

Niemand kann einem das abnehmen.