Literatur psychologie verlangen

Fiktive Personen sind manchmal ziemlich dreist gegenüber ihren Autoren. Sie tauchen ungebeten auf, verlangen die volle Aufmerksamkeit, lassen ihren Schöpfern keine Ruhe. Literaturwissenschaftler und Psychologen der Durham University haben mithilfe der Veranstalter des Edinburgh International Book Festivals Autoren nach ihren Erfahrungen mit ihren fiktiven Gestalten befragt.

Die Schriftsteller füllten unter anderem auch einen Fragebogen aus, der anzeigen soll, ob eine Person zu Halluzinationen neigt.

Anthropologie – Literatur im Fachgebiet Psychologie S.1

Das Resultat: Die Mehrheit der Autoren hört und sieht die selbsterschaffenen Charaktere, mitsamt ihren individuellen Attributen, etwa ihrem Dialekt oder ihren Sommersprossen. Die fiktiven Gestalten entgleiten ihren Erfindern, wirken unabhängig und autonom. Sie betrachten die Interaktionen zwischen den Autoren und ihrer Fiktion als eine Form jener Selbstgespräche, die die meisten von uns stumm in unseren Gedanken führen.

Dabei stellen wir uns für gewöhnlich ebenfalls vor, wie andere Personen — ob real oder nicht — reagieren und was sie sagen und tun würden. Und jene Autoren, die ihre Figuren gar nicht hörten oder sahen? Sie gingen grundsätzlich rationaler an das Schreiben heran: Sie entwarfen und strukturierten ihren Plot vorab — und bedienten sich während des Schreibens deutlich weniger ihrer Fantasie.

So mieden sie Probleme mit lautstarken Protagonisten. John Foxwell u. Consciousness and Cognition, 79, DOI: Von Anna Gielas. Artikel zum Thema Gesellschaft.

Der psychologische Blick auf die Weltliteratur

Geliebtes Verbrechen. Warum bekommen so viele von uns nicht genug von Krimis und Psychothrillern? Daniel Kehlmann spricht im Interview über Aberglaube, Wissenschaft und über die Entbanalisierung der Welt beim Erzählen. Im Schriftsteller-Interview spricht Lucy Fricke über abwesende Väter, die späte Annäherung und darüber, was beim Reisen so alles in Bewegung kommt.

Bücher | Rowohlt

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